Neuss – Wissenschaftler von Xerox gehen gegen die schlechte Verkehrssituationen in Städten vor. Das Unternehmen nutzt Expertise aus den Bereichen Datenanalyse, Kontrollsysteme, Messtechnik sowie Bild- und Videoverarbeitung, um neue Verkehrsanwendungen zu entwickeln. Diese helfen dabei, Staus auf Straßen zu vermeiden, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und schneller einen freien Parkplatz zu finden.
Sophie Vandebroek, Chief Technology Officer (CTO) und President der Xerox Innovation Group: „Heutzutage findet man unsere Wissenschaftler und ethnographischen Forscher auf Brücken, Straßen und Parkplätzen, wo sie Daten sammeln und das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer beobachten. Unsere Kompetenz im Bereich der Bildverarbeitung und bei der Auswertung von menschlichem Verhalten wird jetzt auf neue Gebiete wie die Echtzeitdatenanalyse übertragen, die auch Videoaufnahmen von Verkehr und Parkverhalten umschließt. So helfen wir dabei, die Verkehrssicherheit zu verbessern und die Fahrerzufriedenheit zu erhöhen. Gleichzeitig unterstützen wir Städte und Kommunen dabei, die kommunale Infrastruktur zu vereinfachen oder Städte insgesamt umweltfreundlicher zu gestalten.“
(Ein Video zum Thema finden Sie hier.)
Trotz der wirtschaftlichen Flaute und steigenden Benzinpreise kämpfen immer mehr Autos um freie Parkplätze und den Raum auf dicht befahrenen Straßen. Das führt zu zäh fließendem Verkehr und Staus – ein Problem mit Folgen, die über die Unannehmlichkeiten für Autofahrer hinausgehen:
 
  • Laut des „Urban Mobility Report 2011“ des Texas Transportation Instituts lagen im Jahr 2010 die Kosten in den USA, die auf in Stau verschwendetes Benzin und Produktivitätseinbußen zurückzuführen sind, bei 100 Milliarden Dollar. Das sind mehr als 750 Dollar pro Reisendem.
  • Die durch Stau verursachten Zeiteinbußen lagen insgesamt bei 4,8 Milliarden Stunden – das sind 34 Stunden pro Person.
 
„Staat und Verkehrsbehörden können diese Situation mit intelligenten Systemen verbessern“, so Cees de Wijs, Xerox Group President International Transportation and Government. „Bei Xerox bündeln wir unsere Innovationskraft, um komplexe Verkehrsnetze zu vereinfachen. Zu den Ergebnissen zählen mehr Komfort auf den Straßen, höhere Zuverlässigkeit des Verkehrssystems sowie reduzierte Kosten für Verkehrsteilnehmer, Behörden und Transportunternehmen.“
 
Xerox arbeitet an folgenden Innovationen in diesem Bereich:
 
Parken:
 
Intelligente Parkservices in Städten: Ethnographen und Informatiker von Xerox unterstützen Autofahrer bei der effizienten Parkplatzsuche. Ihre Analysen helfen dabei, die Verfügbarkeit von Parkplätzen zu bestimmen. Neue Services wie reserviertes Parken, reserviertes Parken für Ladeninhaber, Längsparken im Straßenverlauf und kommerzielles Ladezonen-Management helfen dabei, die vorhandenen Parkmöglichkeiten optimal auszunutzen.
 
Parkbedarf Management Services: Xerox Forscher haben einen Parkgebührenermittler entwickelt, der die Kosten für das Parken auf Grundlage von Nachfrage und Verfügbarkeit erhöht oder reduziert und so die Autofahrer auch zu weiter abgelegenen aber günstigeren Parkplätzen dirigiert. So wird die langwierige Suche nach Parkplätzen vermieden, der Verkehr auf den Straßen reduziert und damit der CO2-Ausstoß gesenkt. Der Parkgebührenermittler ist ein Modul des neuen Xerox Merge™ Parking Management Systems. Dabei handelt es sich um ein Portal zur Verwaltung von Parkuhren, mobilen Bezahlsystemen, Sensoren, sowie Gebührenerfassung und -einzug. Einer der ersten Kunden hierfür ist die Stadt Los Angeles.
 
Öffentliche Verkehrsmittel:
Xerox Wissenschaftler analysieren vorhandene Ticketdaten, damit städtische Verkehrsbehörden besser nachvollziehen können, wie öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden und wie sie besser auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet werden können. Diese Daten werden mit demographischen Zahlen, der Verfügbarkeit anderer Verkehrsmittel und Wettervorhersagen kombiniert. So lassen sich Auslastung und Auswirkung von Veränderungen an der Infrastruktur simulieren. Die fortlaufende Analyse dieser enormen Datenmengen wird in einem City Dashboard visualisiert.
 
Bildverarbeitungstechnologie / HOT- und HOV-Spuren:
Mit HOT- (High Occupancy Toll) und HOV- (High Occupancy Vehicle) Fahrspuren können Fahrzeuge effizienter durch die vorhandenen Fahrstreifen geleitet werden. Dies reduziert die CO2-Emissionen und verbessert so die allgemeine Luftqualität. Die Durchführung stellt jedoch eine Herausforderung dar, da es die Überwachung der einzelnen Spuren durch Polizeibeamte notwendig macht.
 
Xerox Wissenschaftler haben einen image-basierten Prototyp entwickelt, der präzise bestimmt, wie viele Insassen sich in einem Fahrzeug befinden. Dafür verwendet der Prototyp Methoden der automatisierten Bildverarbeitung. Dieses Verfahren könnte auch für Städte hilfreich werden, die die Bildung von Fahrgemeinschaften durch spezielle Fahrstreifen fördern, diese sogenannten Carpool-Lanes aber auch Wagen mit nur einem Insassen gegen eine Gebühr zur Verfügung stellen.
 
Automatische Nummernschilderkennung (Automatic License Plate Recognition ALPR):
Viele der heutzutage verwendeten Mauterfassungssysteme basieren auf einer Kombination von RFID-Chips und einer ALPR-Video-Technologie, mit der die Kennzeichen von Fahrzeugen ausgelesen werden können. Verkehrsexperten glauben, dass videobasierte Mautsysteme die stationären stauanfälligen Mautstellen auf Autobahnen vollständig ersetzen können.
Xerox Forscher nutzen ihre Expertise im Bereich der optischen Zeichenerkennung (OCR – Optical Character Recognition), um ein zuverlässiges und anpassbares ALPR-System zu entwickeln. Zudem wird untersucht, wie die videobasierte Informationsverarbeitung für Sicherheitsanwendungen verwendet werden kann, beispielsweise für die Verfolgung von Straftätern.